Echte Verbindung statt nur WLAN: Warum digitale Balance unser Weihnachtswunsch ist
Als Salesforce-Partner in der Bauzulieferindustrie beschäftigen wir uns bei IBS Technology täglich mit der digitalen Transformation. Wir optimieren Prozesse, verknüpfen Daten und treiben Innovationen voran. Wir leben Technologie und wissen ihre Vorteile zu schätzen. Doch genau deshalb sehen wir auch die andere Seite der Medaille: Momente, in denen Bildschirme nicht mehr verbinden, sondern isolieren.
Gerade in der Weihnachtszeit, wenn Arbeit und Schule ruhen, rücken Smartphones, Konsolen und Tablets in vielen Familien noch stärker in den Fokus. Was als harmlose Unterhaltung beginnt, entwickelt sich für immer mehr junge Menschen zu einer Belastungsprobe. Die Zahlen sind alarmierend: Fast 500.000 Kinder und Jugendliche zeigen allein beim Gaming ein riskantes Verhalten.
Deshalb widmen wir unsere diesjährige Weihnachtsaktion einem Thema, das uns am Herzen liegt: Wir unterstützen das mediensuchthilfe.info Projekt des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Mit diesem Artikel möchten wir sensibilisieren, aufklären und Ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um digitale Balance in Ihren Familien zu fördern.
Was ist eigentlich Mediensucht?
Oft wird der Begriff schnell verwendet, wenn jemand viel Zeit am Handy verbringt. Doch von einer Mediensucht (oder einem pathologischen Medienkonsum) spricht man erst, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind:
Kontrollverlust: Betroffene können nicht mehr steuern, wann und wie lange sie spielen oder streamen. Versuche, aufzuhören, scheitern.
Vernachlässigung: Schule, Hobbys, Freunde und sogar die Körperpflege werden dem Medienkonsum untergeordnet.
Weitermachen trotz Schäden: Obwohl es bereits Streit in der Familie, schlechte Noten oder gesundheitliche Probleme gibt, wird das Verhalten fortgesetzt.
Wie entsteht sie und was sind die Folgen?
Niemand entscheidet sich bewusst dafür, süchtig zu werden. Es beginnt oft schleichend im sogenannten „Suchtstrudel“. Häufig werden Games oder Social Media genutzt, um unangenehmen Gefühlen, Stress oder Einsamkeit zu entfliehen. Die digitale Welt bietet schnelle Erfolge und Ablenkung. Doch dadurch bleiben die Probleme in der realen Welt ungelöst oder verschlimmern sich sogar. Um diesen neuen Frust zu bewältigen, flüchtet man sich noch tiefer in die virtuelle Welt – ein Teufelskreis entsteht.
Die Konsequenzen eines solchen dauerhaften Konsums sind weitreichend:
Körperlich: Schlafmangel, Kopf- und Rückenschmerzen, Augenprobleme und Ernährungsprobleme.
Psychisch: Gereiztheit, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmungen und Ängste.
Sozial: Rückzug von realen Freunden, Konflikte in der Familie und Leistungsabfall in Schule oder Ausbildung.
Die drei großen Zeitfresser: Gaming, Social Media & Streaming
Warum fällt das Abschalten so schwer? Apps und Spiele nutzen gezielt psychologische Mechanismen:
Gaming: Viele Spiele arbeiten mit Belohnungssystemen wie „Lootboxen“ (virtuelle Schatzkisten), die wie Glücksspiel funktionieren. Dazu kommt der soziale Druck in Team-Spielen: Wer offline geht, lässt sein Team im Stich.
Social Media: Die „Fear Of Missing Out“ (FOMO) hält uns im Endlos-Scroll-Modus. Likes und Kommentare wirken als Belohnung, während perfekt inszenierte Bilder oft Druck und Unsicherheit erzeugen.
Streaming: Funktionen wie „Autoplay“ und spannende „Cliffhanger“ am Episodenende sind Design-Entscheidungen, die uns gezielt am Bildschirm halten, oft bis tief in die Nacht.
Was Angehörige tun können: Der 6-Schritte-Plan
Hilflosigkeit ist keine Option. Das DZSKJ empfiehlt einen strukturierten Weg für Angehörige, um Betroffene zu unterstützen:
Schritt 1: Bilden Sie sich eine Meinung
Werden Sie medienkompetent. Versuchen Sie zu verstehen, was genau das Kind spielt oder welche Apps es nutzt.Schritt 2: Bieten Sie Unterstützung an
Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft ohne Vorwürfe. Hören Sie zu und versuchen Sie zu verstehen, welche Funktion (z.B. Stressabbau) der Medienkonsum für das Kind hat.Schritt 3: Fördern Sie die Selbstkontrolle
Nutzen Sie Hilfsmittel wie eine „Tracking-Tabelle“, um Nutzungszeiten sichtbar zu machen. Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln und Ziele.Schritt 4: Ein neuer Platz
Verändern Sie die Umgebung. Verbannen Sie Konsolen oder Smartphones aus dem Schlafzimmer. Ein „handyfreier Esstisch“ schafft Raum für Gespräche.Schritt 5: Aktivierung
Schaffen Sie Alternativen. Planen Sie gemeinsame Aktivitäten offline. Helfen Sie dem jungen Menschen, wieder Spaß an Hobbys in der realen Welt zu finden.Schritt 6: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran
Reflektieren Sie Ihren eigenen Konsum. Kinder orientieren sich an ihren Eltern. Legen auch Sie das Smartphone bewusst weg.
Professionelle Hilfe ist ein Zeichen von Stärke
Wenn eigene Versuche und Regeln nicht mehr greifen und der Leidensdruck hoch ist, ist der Gang zu professioneller Hilfe der wichtigste Schritt. Es gibt spezialisierte Suchtberatungsstellen (oft kostenlos), die eine erste Einschätzung geben können. Auch eine ambulante oder stationäre Psychotherapie kann helfen, die Ursachen der Sucht zu bearbeiten und Wege zurück in den Alltag zu finden.
Gemeinsam für die Balance: So können Sie unterstützen
Wir bei IBS Technology glauben daran, dass Digitalisierung dem Menschen dienen muss – nicht umgekehrt. Mit unserem Beitrag an das Projekt mediensuchthilfe.info des DZSKJ unterstützen wir Forschung, Prävention und Hilfe für betroffene Familien.
Möchten Sie mehr erfahren oder selbst aktiv werden? Auf der Webseite der Mediensuchthilfe finden Sie nicht nur Spendenmöglichkeiten, sondern auch umfangreiches Informationsmaterial.
👉 Hier geht es zur Webseite & Spende: https://www.mediensuchthilfe.info/
📖 Tipp für Eltern: Laden Sie sich dort die kostenlose Broschüre für Angehörige herunter. Sie enthält den detaillierten 6-Schritte-Plan, Checklisten und Vorlagen für Medientagebücher.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Weihnachtszeit – mit vielen echten Momenten, ganz ohne WLAN.
Ihr Team der IBS Technology GmbH